Zeit für Mission

Zeit für Mission

Transkript

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00:00:05: Es ist Sonntag der dreizehnte März, zwei tausend und sechzehn.

00:00:11: Schon seit dem frühen Morgen laufen die Vorbereitungen.

00:00:19: Der gemeinsame internationale Gospel Gottesdienst der evangelisch-lütterischen Kirche St.

00:00:24: Georgburg Felde und der African Christian Church in Hamburg wird gleich im deutschen öffentlich rechtlichen Fernsehen übertragen.

00:00:35: Es ist ein Meilenstein einer Erfolgsgeschichte, die bereits im Jahr zwei Tausend und vier ihren Anfang nahm.

00:00:43: Damals begannen die beiden Gemeinden zusammenzuwachsen, die sich vorher nur die Räumlichkeiten geteilt hatten.

00:00:51: Bis heute ist ihr internationaler Gospel Gottesdienst ein Leuchtturm für geglücktes interkulturelles Miteinander.

00:01:00: Doch am Anfang stand die Bereitschaft aufeinander zuzugehen – und voneinander zu lernen!

00:01:08: Gemeinsam glauben, gemeinsam leben, gemeinsam Kirche gestalten.

00:01:13: Viele Gemeinden wünschen sich mehr Vielfalt!

00:01:16: Warum ist interkulturelle Öffnung für Gemeinden dann oft schwierig umzusetzen?

00:01:22: Wie kann interkulturelle Kirchenentwicklung gelingen?

00:01:25: Was sind Herausforderungen und Chancen?

00:01:28: Und was hat all das mit Mission zu

00:01:30: tun?!

00:01:31: Darüber spreche ich – Mit Mike Lee Dizernent für internationale Gemeinden und interkulturelle Öffnung bei der evangelischen Kirche im Rheinland.

00:01:40: Ihr hört Zeit für Mission, mein Name ist Tanja Stünkel.

00:01:45: Hallo Mike Lee!

00:01:47: Vielen Dank dass Sie sich heute Zeit für mission nehmen.

00:01:50: Hallo Frau Stünke vielen dank für die Einladung.

00:01:53: Der Begriff Interkulturell

00:01:55: Eröffnung.

00:01:56: er wird uns ja heute beschäftigen und da isst ihr auch in vielen kirchen als begriff Im Umlauf.

00:02:02: Aber was meint das denn ganz genau?

00:02:04: Können Sie mir das mal erklären, was muss ich mir darunter vorstellen?

00:02:08: Ja also interkulturelle Öffnung entstammt ursprünglich der Organisationsentwicklung die den Aspekt der kulturellen Diversität ins Blickwett gerückt hat und es war glaube ich die Diakonie als erste kirchliche Organisationen die sich damit so dezidiert auseinandergesetzt haben und kulturelle Vielfalt auch im Hinblick auf Personalbesetzungen und so weiter abzudehlen.

00:02:33: Und seit den zweitausender Jahren mit man ein wachsendes Interesse auf Seiten der Landeskirchen war, um interkulturelle Öffnung auf einem kirchlichen Ebene zu befördern und umzusetzen Und diese gehen dann mit strukturellen und auch mit personellem Veränderung einher.

00:02:50: Also in der Rheinischen Kirche oder auf den anderen Landeskirchen spricht man von interkultureller Öffnung, im anderen Landes- kirchen wie in der westwälischen Kirch spricht man mittlerweile von inter kultureller Entwicklung.

00:03:01: Ja das habe ich schon mal gehört.

00:03:03: Gibt es denn da konkrete Prozesse

00:03:05: die man

00:03:06: so richtig greifbar erklären könnte?

00:03:09: Ich glaube Landeskirschen haben Also ähnliche Prozesse, aber auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und auch mit einer anderen Schwerpunktsetzung.

00:03:21: Ich glaube interkulturelle Öffnung wenn man so von den niedrigschwelligen Angeboten ausgeht dann bedeutet das dass man einfach mit einer gemeinsamen internationalen Gemeinde vor Ort gemeinsame Aktivitäten in den Blick nimmt und versucht gegenseitig dann auch kennenzulernen sich einander zu begegnen.

00:03:41: der etwas, sagen wir mal fortgeschrittenen Seite versucht man Gemeindemodelle auch umzusetzen die von einem nebeneinander zu einem miteinander aufführen sollen.

00:03:54: Also in der Rheinischen Kirche gibt es zum Beispiel so etwas wie Kooperationsmodelle oder auch Assoziierungsmodelle, die verschiedene gerade der Verbindlichkeit auch voraussetzten und da überlegt man wie man gemeinsam Kirche sein kann.

00:04:13: Eigentlich versteht ja auch die Landeskirche sich so, dass das eine Kirche für alle ist.

00:04:18: Trotzdem höre ich jetzt raus, daneben gibt es eben auch noch internationale Gemeinden, die dann da gar nicht richtig angedockt sind oder vielleicht den Raum mieten wenn ich das jetzt richtig verstehe was sie mir gerade erzählt haben.

00:04:30: und nun ist der Weg okay wir kriegen wir das zusammen richtig?

00:04:34: Ja also internationale ganz verschiedene, also die sind sehr kulturell und konfessionell divers.

00:04:42: Und ich glaube Landeskirchen nehmen sie spätestens dann wenn eine internationale gemeine Anfrage nach einer Räumigkeit und dann hat man ein typisches und klassisches Vermieter-Mieter Verhältnis.

00:04:57: Man kann sich über die Jahre wahrnehmen aber nicht so richtig kennen.

00:05:02: Man weiß eigentlich nicht viel voneinander und interkulturelle Öffnung hat das Ziel, also diese Unbekanntheit auch zu überbrücken.

00:05:10: Und dass man eine Haltung einnimmt die andere Gemeinde auf mehr kennenzulernen und sich gemeinsam als Geschichter versteht.

00:05:19: Genau!

00:05:19: Das fängt dann oft mit einem Vermieter-Mieter Verhältnis an aber es soll dabei natürlich nicht bleiben.

00:05:27: Und so Mieter-, Vermieterverhältnisse haben sie ja auch durchaus manchmal in sich auch an Konfliktpotenzial.

00:05:35: Das wird sicherlich auf der Ebene auch nicht anders sein.

00:05:37: Nein, also da geht es auch um Machtverhältnisse, asymetrische Machtverhetnisse.

00:05:43: Also der Vermieter hat natürlich den Schlüssel in der Hand, auch im wörtlichen Sinne und kann dann bestimmen was passiert ihnen in Räumlichkeiten?

00:05:53: Und oft werden auch so Nutzungsvereinbarungen dann betroffen wo man möglichst als Vermietter kein großen Nachteil erleben muss.

00:06:04: Das muss dann natürlich auch alles austariert werden.

00:06:06: Und ich glaube, mittlerweile ist man jetzt auch so weit in den Landeskirchen, dass man das in einem Miteinander versucht halt, ihn nur zum Zvereinbarungen zu treffen und so weiter.

00:06:17: Aber natürlich in der Praxis sieht es oft so aus, dass Man auf diesen Gefälle eigentlich nicht befreien kann.

00:06:23: Und das erschwert natürlich einen miteinander auf Augenhöhe, wenn es um das gemeinsame Gestalten von Kirche gibt.

00:06:31: Was sind dann so typische Widerstände, die Ihnen begegnen, wenn es um interkulturelle Veränderung in der Kirche geht?

00:06:38: Vielleicht auf Gemeindeebene.

00:06:40: Es sind erst mal gewisse Vorbehalte, die auf beiden Seiten sowohl auf landeskirchliche als auch auf internationale Gemeinde zu beobachten sind.

00:06:51: Die Landeskirche denkt halt also dass man in der Begegnung mit der anderen internationalen Gemeinde Man macht Fremdheitserfahrungen, die als exotisch bedeutet werden und es wird eben nur auf Distanz begegnet man sich dann.

00:07:13: Und auf internationaler Ebene oder auf der Ebene der Internationale Gemeinde beobachte ich auch, dass es dort auch theologische Vorbehalte gibt.

00:07:22: Zum Beispiel ja die Landeskirche ist jetzt dazu liberal.

00:07:25: Wir haben eine viel konservativere evangelikalere Theologie und sie ist einfach unvereinbar mit bestimmten Liberalisierungstendenzen in der LandeskIRCHE und von daher ja man versucht halt eben die Gemeinschaft auf Distanz erst mal zu leben.

00:07:44: Ich denke, es sollte dazu führen, dass man sich besser kennenlernt und auch die Unterschiede noch einmal besser wahrnimmt und nicht alles versucht einfach zu glätten sondern auch bestimmte unvereinbare Gegensätze stehen lässt.

00:07:58: Und ich glaube das ist eben eine Herausforderung in der Interkulturine Ekumene sehr typisch ist.

00:08:05: Sie sind ... Pastor und Dezernent für internationale Gemeinden- und interkulturelle Öffnung in der evangelischen Kirche im Rheinland.

00:08:14: Genau.

00:08:14: Aber das Thema interkulturelle Öffenung ist Ihnen ja auch persönlich ein besonderes Anliegen, das hat ja auch persönliche Gründe.

00:08:21: Mögen Sie mir dazu noch etwas über sich selbst verraten?

00:08:25: Ja also ich habe koreanische Wurzeln.

00:08:27: meine Eltern sind als Gastarbeiter in den siebzigerjahren nach Deutschland gekommen haben sich im Ruhrgebiet niedergelassen.

00:08:35: Ich habe in Duisburg die Grundschule und die weiterführende Schule gesucht.

00:08:39: Und habe mich nach meinem Abi entschieden, Theologie in den USA und in Kanada zu studieren.

00:08:45: Also ich habe in mein Leben immer zwischen diesen drei Kulturen gelebt.

00:08:49: Deutschland, Korea, Nordamerika hat dann nicht in dieser Konstellation bewegt... ...und auch zwischen unterschiedlichen Kirchenkulturen.

00:08:57: also ich bin in einer koreanischen Pfingstkirche aufgewachsen.

00:09:01: Bin zu eine koreanisch reformierten Kirche gewechselt habe an einer konfessionsübergreifenden Institution Theologie studiert und dann nochmal an der kirchlichen Hochschule in Wuppertal.

00:09:11: Und ich bin jetzt als Landeskirchenamt der E-Kir

00:09:15: tätig.".

00:09:18: Die Abkürzung E-kir steht für die evangelische Kirche im Rheinland, sie ist eine der zwanzig LandeskIRCHEN der evangelischen Kirche in Deutschland.

00:09:29: Ich hatte auch Erfahrungen mit internationaler Gemeindegrundung Und da war von vornherein die Interkulturalität als grundsätzliches Kriterium für den Gemeindeaufbau dann vorhanden.

00:09:41: Also lag dieses Kriterien dann vor und genau das sind so bestimmte Schlüsselerlebnisse, die meine interkulturelle Erfahrungen geprägt haben.

00:09:54: Jetzt haben wir eben gerade schon ganz kurz über die Herausforderungen gesprochen.

00:09:59: Aber worin liegen denn die Chancen von interkultureller Öffnungen?

00:10:03: Also ich, wenn nicht über interkulturelle Öffnung nachdenke, dann glaube ich versuche ich das auf verschiedenen Ebenen auch zu bespielen dieses Thema und kann natürlich über strukturelle Veränderung sprechen personelle Besetzungen usw.

00:10:18: Und über kirchenrechtliche Veränderungen was alles total notwendig ist aber dass in der Begegnung mit einer anderen Theologie oder mit einem anderen Gestalt des Christentums, das darin auch eine richtige Chance ist.

00:10:34: Also unsere Geschwister aus den internationalen Gemeinden schöpfen aus Kraftquellen die für Landeskirchler nicht immer so bewusst sind oder worauf sie dann zurückgreifen.

00:10:48: Also gestern zum Beispiel habe ich eine Gemeinde besucht, eine koreanische Gemeinde.

00:10:54: Die hat ihr fünfzig Jahre hier als Jubiläum gefeiert und solchen Jubilänen begegne ich immer häufiger von Migrationskirchen, von internationalen Gemeinden hierzulande.

00:11:04: Und man muss sich das nachvorstellen die sind nicht Kirchensteuer begünstigt sie haben keine zentralen Einrichtungen.

00:11:11: Die Pastoren arbeiten oft nebenamtlich oder erdenamtlich.

00:11:15: es sind nur wenige Leute aber Sie haben sich über fünfzig Jahre lang gehalten und sind auch sehr resilient.

00:11:23: Also diese Form von Resilienz, die kennen wir oft in so ein Landeskirchen nicht wo wir denken okay wenn uns jetzt die finanzielle Basis wegbricht dann stürzt das Kirchenleben ein.

00:11:34: Wenn wir dort keinen Pfarrer oder eine Pfarrerin haben, dann können wir das kirchliche Leben nicht mehr gestalten und so weiter.

00:11:40: Und ich denke darin liegt mir Chance zu erkennen okay wie leben Geschwister aus anderen Ländern die hier bei uns zu Hause sind?

00:11:47: Wie leben sie ihr Christenleben und was können wir von ihren Krachtquellen auch lernen?

00:11:54: Was wären denn das noch?

00:11:55: also es ist die Resilienz haben Sie gerade gesagt.

00:11:58: und was wäre es noch?

00:11:59: Gott vertrauen wahrscheinlich auch?

00:12:01: Ja, Gott vertrauen natürlich.

00:12:02: Das ist genau theologisch habe ich ja schon mal gesagt dass das auch total wichtig ist diesen Glauben auch zu kultivieren einen lebendigen Glaubn zu haben an einem persönlichen Gott der eingreift auch in ganz konkrete Situation.

00:12:18: also dieses Gott Vertrauen und auch Gottesdienstpraxis die auch anders gelebt wird.

00:12:25: Also wo wir im internationalen Gemeinde nicht solche formalisierte Liturgien auch vorfinden, was ich natürlich auf total bereichern finde.

00:12:34: Zum Beispiel in Landeskirchen aber wo man das ein bisschen aufbricht und auch Spontanilität erlaubt und wo man auch gewisse Freiräume hat kreative Elemente mit einzubauen Ich glaube wie Gottesdienstpraxis im Landeskirschen können auch davon profitieren Auch dass es nicht immer so zeitlich eingeschränkt ist sondern dass man ausgelassen, auch mal tanzen und singen und beten kann.

00:13:01: Also lebendige Gottesdienste feiern.

00:13:04: Ich glaube das es wird auch sehr attraktiv für junge Leute die auf der Suche nach dem Authentischen sind.

00:13:10: Und ich glaube dieses authentische Christentum ist etwas was uns viele Geschwister aus den internationalen Gemeinden vermitteln können.

00:13:20: Das hört sich sehr schön an.

00:13:22: Mein Gefühl sagt mir aber dafür müsste sich noch ganz schön viel ändern.

00:13:27: Sehen Sie das auch so?

00:13:28: Und wenn ja, was müsste sich denn in den Landeskirchen ändern damit sie sich interkulturell öffnen können?

00:13:33: Ich denke es ist erstmal eine Grundsatzfrage also eine Frage der Haltung will man sich denn überhaupt interkulturell öffen.

00:13:42: Also es darf keine Pflichtveranstaltungen sein dass man sagt okay irgendwie brauchen wir noch uns irgendwelchen exotischen Bonus, oder wir müssen irgendwie Symbolenkommäne betreiben damit wir zeigen wir sind Multikulturen usw.

00:13:59: Also darum geht es gar nicht.

00:14:00: Es geht darum dass man ja ich würde sagen eine christliche Grundhaltung gegenüber dem Evangelium das nämlich den Anspruch an und stellt uns interkulturell zu öffnen weil das Evangelium oder die Gemeinde Jesu Christi war von ihren Ursprungen.

00:14:21: Okay, warum gilt das Evangelium als von Anfang an interkulturell?

00:14:26: Das schauen wir uns kurz in der Bibel genauer an.

00:14:34: Schon an Pfingsten hören Menschen aus vielen verschiedenen Ländern die Botschaft Gottes in ihrer eigenen Sprache.

00:14:42: So erzielt es die Apostelgeschichte im zweiten Kapitel.

00:14:46: Die Vielfalt der Kulturen wird dabei nicht aufgehoben, sondern ausdrücklich

00:14:52: einbezogen.".

00:14:54: Auch

00:14:54: Paulus betont im Gallater Brief – hier ist Nicht Jude noch Grieche, Hier ist Nicht Sklave noch Freier, Hier Ist Nicht Mann noch Frau Denn Ihr seid allesamt einer in Christus Jesus!

00:15:09: Gemeinte Christi ist also keine monokulturelle Gemeinschaft, sondern eine versönte Gemeinsschaft unterschiedlicher Menschen.

00:15:18: Im FS-Brief heißt es, Christus habe die trennende Wand zwischen Menschen eingerissen und beim Apostelkonzil in Jerusalem entscheidet die Frühekirche das niemand zuerst eine bestimmte Kultur übernehmen muss um Christin zu werden.

00:15:35: davon berichtet die Apostelgeschichte im fünftzehnten Kapitel.

00:15:39: Die Bibel zeichnet damit das Bild einer vielfältigen weltweiten Kirche.

00:15:43: Einheit entsteht nicht durch Gleichmacherei, sondern durch die gemeinsame Zugehörigkeit zu Christus oder – wie es in der Offenbarung heißt?

00:15:53: Am Ende stehen Menschen aus allen Nationen und Sprachen gemeinsam vor Gott!

00:16:00: Für die genauen Bibelstellen schauen wir die Show-Nauts.

00:16:08: Und ich glaube, von landeskirchlicher Seite braucht man tatsächlich eine viel tiefere Beschäftigung mit dem Anspruch des Evangeliums.

00:16:20: Also eine Grundhaltung aber dann auch eine Offenheit sich auf eine neue Lernerfahrung einzulassen und sich auch hinterfragen zu lassen.

00:16:30: Ich denke das hat natürlich auch etwas mit marktkritischer Haltung zu tun dass man sagt okay Man gibt auch zumindest ein Stück die theologische Deutungshoheit nicht aufgeben, aber man teilt sie sich und sagt okay wir haben hier unsere Bekenntnisse unserer Tradition.

00:16:52: Und ihr habt eure Traditionen und eure Elemente.

00:16:55: so lass uns doch gemeinsam herausfinden und mal ausprobieren wie das eine mit dem anderen passt.

00:17:04: glaube auch diese Experimentierfreudigkeit, sich darauf einzulassen auf ein neues und davon voneinander zu lernen.

00:17:11: Das müssen Sie sich dann halten bevor wir überhaupt über andere strukturelle Fragen und sowas sprechen.

00:17:19: Und natürlich die Lernbereitschaft sollte auch von internationalen Gemeinden auch vorausgesetzt werden, dass sie sagen okay dass wir nicht alles von vornherein irgendwie schlecht reden und gegenüber allem, was das christliche Christentum bringt, irgendwie gegenüber kritisch voreingenommen sind.

00:17:37: Sondern dass wir sagen okay, was können wir von dieser Landeskirche lernen?

00:17:42: Und wie kann das dann auch nochmal unseren Glauben bereichern?

00:17:46: also ich glaube es braucht diese Haltung auf beiden Seiten.

00:17:51: Also, ich höre jetzt raus.

00:17:52: Die Offenheit auf beiden Seiten sind natürlich auch die Menschen, die sich damit gehen lassen müssen und erst dann können eigentlich die Strukturen auch dementsprechend angepasst werden.

00:18:03: oder beziehungsweise Strukture und Menschen müssen sich ändern und je nachdem... Ich weiß nicht was da zuerst da sein muss.

00:18:11: keine Ahnung!

00:18:12: Was glauben Sie?

00:18:14: Ja genau, ich denke es gibt kein Patentrezept.

00:18:17: Man kann nicht immer sagen, zuerst müssen die Schlüsselperson da sein und dann kann man erst über interkulturelle Öffnung sprechen.

00:18:24: Ich denke es ist total wichtig dass wir Leute haben, die eine Vision haben, Schlüssel-Personen.

00:18:29: ohne sie geht das gar nicht.

00:18:31: Auf der anderen Seite kann man nicht gering schätzen, dass strukturelle Weichenstellungen Dinge auch ermöglichen um überhaupt sich zu entfalten, um überhaupt mit einer gewissen Vision vor Ort zu entwickeln.

00:18:47: Ich denke, das muss irgendwie weites Hand in Hand gehen.

00:18:51: Aber ich glaube es ist auch immer wieder situativ abhängig davon.

00:18:54: okay welche Ressourcen haben denn überhaupt die Gemeinden und welche Personen sind da vor Ort?

00:19:01: Und wie trägt das Presbyterium mit?

00:19:05: Presbyterium ist die gewählte Leitung einer evangelischen Kirchengemeinde.

00:19:09: Ihm gehören Pfarrerinnen oder PastorInnen und ehrenamtliche Mitglieder an.

00:19:15: Gemeinsam entscheiden sie über das geistliche Leben, Finanzen und wichtige Fragen der Gemeinde.

00:19:23: Und welche Möglichkeiten gibt es?

00:19:25: Ich denke, man kann diese interkulturelle Öffnung auf verschiedenen Ebenen gefreuen.

00:19:32: Eine Ebene ist eben die strukturelle.

00:19:35: oder wie willkommen fühlen sich Menschen, die jetzt nicht stereotypisch deutsch sind vielleicht in unseren Gemeinden Antirassismus, Postkolonialismus.

00:19:48: Muss sich interkulturelle Öffnung denn nicht auch mit diesen beiden Schlagworten beschäftigen?

00:19:56: Also ich denke mein Überzeugung ist dass man interkulturelle Öfnung oder dem Prozess der interkulturellen Öffnungen von den Antiracismusdiskurs differenziert betrachten sollte.

00:20:07: Denn meiner Wahrnehmung nach tritt Rassismuskritik an dieses Phänomen wenn wir das mal so nennen mit gewissen Vorannahmen heran, die eine unbefangene Begegnung erschweren.

00:20:20: Also gewisse Kategorien und Deutungsmuster von der Rassismuskritik greifen in der interkulturellen Öffnung nicht immer wie zum Beispiel das Othering.

00:20:33: Othering bedeutet Menschen zu den anderen zu machen also sie als fremd oder nicht zugehörig wahrzunehmen.

00:20:41: dadurch entstehen oft Distanz, Vorurteile oder Ausgrenzung.

00:20:45: Der Begriff wird häufig verwendet, wenn es um Machtverhältnisse, Rassismus oder kulturelle Abgrenzung geht.

00:20:52: Wenn du weitere Respekte zum Thema Othering erfahren möchtest, dann hör dir doch auch die Zeit für Missionenfolge.

00:20:58: De-Kolonisierung beginnt im Kopf mit Claudia Janel an!

00:21:02: Den Link packe ich in die Shownauts.

00:21:06: Ja dass man sagt okay das ist etwas was man vermeiden möchte, dass man das andere irgendwie definiert und das zu nichts vermeiden möchte.

00:21:16: Aber die interkulturelle Öffnung lebt von der kulturellen und konfessionellen Vielfalt bei anderen, also sie braucht in gewisser Weise auch das Gegenüber um sich selbst zu reflektieren aber auch um eine Vielfalsensibilität auch einzuübeln.

00:21:31: und von daher denke ich ja Assismuskritik kann keine Komponente sein nicht so, wie ich das die Zeit wahrnehme.

00:21:41: Dass es dann halt eben den ganzen Diskurs von der interkulturellen Öffnung etwas in den Schatten steht.

00:21:46: Ich denke, dass müsste man sagen wir mal ein konstruktives Verhältnis zueinander setzen.

00:21:52: Und gibt es denn gute Beispiele?

00:21:56: Vielleicht Best Practices wo die interkulturelle Öffnungen schon sehr gut funktioniert hat?

00:22:02: und wenn ja welche wären das denn?

00:22:04: Ich denke, dass mittlerweile spricht man auch nicht mehr von Best Practices sondern man spricht von vielen Good Practices.

00:22:12: Weil glaube ich auch gesagt habe es gibt nicht das eine Patentrezept für die interkulturelle Öffnung.

00:22:18: was in einer Gemeinde vielleicht gelungen ist kann man jetzt nicht eins zu eins übertragen auf eine andere Gemeinde oder auf eine gemeine Situation.

00:22:28: Ich denke, dass es viele verschiedene niedrisch-schwellige Angebote und Beteiligungsformate benötigt.

00:22:34: Wenn ich überlege... Ja also ich war vor kurzem in Hamburg im internationalen Gospel Gottesdienst und das fand ich sehr interessant, dass der Gottesdienste, der hat's glaube schon über neunzehn Jahre dort stattgefunden, hat sich also etabliert in einer Landeskirche in Hamburg Und da gibt es Beteiligungsformate wie ein Chor, der aus Menschen besteht.

00:22:57: Mit oder ohne Migrationshintergrund und übrigens auch ohne christlichen Bezug.

00:23:02: Weil ich habe dann gehört, das sind Leute die irgendwie im Einzugsgebiet leben und haben gehört, da gibt's einen tollen Gospel.

00:23:10: da kann man mitmachen und die Leute kommen dort hin.

00:23:12: Und beteiligen sich dann.

00:23:14: Gottesdienst werden bilingual oder multilingual gehalten, der Predigt ist oft ein Gespräch über den Bibeltext vorgeschaltet.

00:23:24: Das sind viel virologischer.

00:23:26: auch noch mal, wird das noch mal konzipiert.

00:23:29: Musik spielt immer eine große Rolle.

00:23:31: Die Kollektezeit ist immer ein Höhepunkt wo man mit Tanz nach vorne geht verschiedenen Elemente, die können einzuhalten in internationalen Gottesdienste.

00:23:46: Ich könnte auch von Rheinland berichten, dass es dort eine Gemeinde gibt, die mit einem ghanarischen Pastor angefangen hat also den New Life Church in Düsseldorf und mittlerweile versammeln sich dort Menschen aus über siebzig verschiedene Nationen und der Gottesdienst ist ganz international.

00:24:07: Manche Gemeinden, die haben eine gewisse Strategie verfolgt.

00:24:12: Andere haben es einfach gemacht und sie haben eben den Wesenskern des Evangeliums im Zentrum gestellt.

00:24:20: Und um dieses Zentrum herum hat sich dann auch die Interkulturalität langsam gebildet.

00:24:26: Gibt's denn einen Tipp?

00:24:28: Also wenn jetzt eine Gemeinde feststellt wir wären eigentlich gerne offener habe aber noch keinen richtigen Knopf dran Gibt es eine Sache, wo Sie sagen, damit kann man anfangen?

00:24:41: Ich würde sagen, dass man eine Vision braucht dafür.

00:24:45: Eine treibende Vision, die auch tragfähig ist und die überzeugt.

00:24:50: Wo Menschen sagen, das wollen wir für unsere Gemeinde.

00:24:54: Und ich bin da überzeugend, dass wir die besten Visionsbilder aus der Bibel bekommen.

00:24:59: Dass sie dann die Bibel ... gibt uns Zukunftsbilder von einer interkulturellen Gemeinschaft und dass man sich damit auch erst mal befasst als eine Perspektivierung, als Gemeinde und dafür eine Vision entwickelt.

00:25:15: Und dann schaut man sich dann um.

00:25:17: also wie ist die eigene Gemeinde überhaupt jetzt überhaupt zusammengesetzt?

00:25:22: Wenn man sieht okay man besteht nur aus Einheimischen und da sind wirklich keine Menschen mit Migrationsuntergrund aber in der Ortschaft gibt es welche würde ich sagen, man fängt erst mal damit an diese Leute wahrzunehmen und wo leben sie?

00:25:36: Was sind ihre Bedürfnisse?

00:25:38: und auch gezielt auch mal einzuladen.

00:25:40: Einzuladen zu den Gottesdiensten und diese Gottesdienstinnen müssten natürlich dann so konzipiert werden dass sie eine Willkommenskultur aufleben.

00:25:51: glaube was im Landeskirchen oft vermisst wird.

00:25:55: also das was mir gespiegelt wird von internationalen Beschwistern ist dieser Willkommen Skulptur.

00:26:00: Also man betritt einen Gottesdienst und ja, man wird wenig begrüßt und wenig wahrgenommen.

00:26:07: Und alles ist fremd.

00:26:09: und dann nach dem Gottesdienste geht man da nach Hause und unsere internationalen Geschwister sind es gewohnt nach den Gottesdiens oft bei einem Mittagessen oder mitgebrachtem Essen noch zusammensetzen und Gemeinschaft zu haben.

00:26:24: also welche Elemente sprechen an?

00:26:30: Menschen anderer Kultur.

00:26:31: Das ich denke, man kann damit beginnen und man muss auch nicht immer alles sofort ganz hochhängen.

00:26:37: Man kann wirklich wie gesagt aber auch niedrigschwellige Angebote machen als das gemeinsame Essen.

00:26:43: Was hat Jesus gemacht um mit Gemeinschaft mit Menschen zu haben?

00:26:46: Er hat mit ihnen gegessen.

00:26:48: Und man kann solche Grillabende oder irgendwelche Feier dann organisieren wo jeder etwas mitbringt, wo Menschen auf ihre kulinarischen Gerichte mitbringen können legt man diese Wertschätzung und dann vermittelt diese Liebe, um auf das Gefühl des Angenommenes zu sein.

00:27:07: Das sind alles so Dinge die erfordern nicht viel Geld oder auf Zeit sondern was herrscht für die Interkulturalität.

00:27:15: Was wünschen Sie sich denn?

00:27:17: Wie sieht ein gelungener Prozess der interkulturellen Öffnung

00:27:23: aus?

00:27:23: Wenn wir über interkultuelle Öffnungen sprechen, dann sprechen wir nicht gesellschaftliches Programm, das sich jetzt in den letzten zwanzig Jahren da so etwas entwickelt hat.

00:27:34: Also wie ich klar schon mal gesagt habe, dass wenn wir die Gemeinde Jesu Christi von ihrem Ursprung verstehen dann war sie schon interkulturell und wird es auch sein.

00:27:45: Und ich wünschte mir zum Beispiel im Landeskirchen, dass sie Räume ermöglicht oder Bäume zur Verfügung stellt wo Menschen unterschiedliche Kulturen sich beheimaten können und sich auch geistlich zu Hause fühlen.

00:28:01: Und dass sie sich auch ganz aktiv daran beteiligen, das kirchliche Leben mitzugesteigen und sich als ein Teil der Kirche dann auch sehen und verstehen und so wahrgenommen werden.

00:28:16: Dass Sie auf diese Weise diesen Facettenreichtum des christlichen Glaubens, des Evangeliums anderen Geschwistern auch reflektieren.

00:28:27: Das kann in jeder Landeskirche und jede gemeinsame Konstellation das verschiedene Formen annehmen, aber dieses gemeinsame Biergefühl als Christinnen aus aller Welt ist stark empfordert und

00:28:44: steht.

00:28:45: Wenn die Geschwisters zusammenkommen?

00:28:47: Ja!

00:28:48: Genau.

00:28:49: Wir sind eine Familie Gottes und jemand hat mal gesagt, das war Johannes Day vom Himmelsfelds, dass wir Geschwister begegnen, die wir zwar noch nicht bekannt haben aber die wir schon lange vermisst haben.

00:29:01: Also so sinngemäß als wir sagen okay wir sind ja schon mit den Verbundenen Aber wie haben sie noch nicht gekannt?

00:29:06: Aber wie lernen Sie jetzt erst kennen wenn wir Ihnen begegnet?

00:29:10: Das ist doch ein wunderschönes Bild!

00:29:13: Mike Lee ganz ganz liebendank dass sie mich mit reingenommen haben in interkulturelle Öffnung.

00:29:21: Das hat mir Spaß gemacht, vielen Dank!

00:29:24: Vielen Dank für die Möglichkeit darüber zu sprechen

00:29:28: und auch

00:29:28: euch vielen dank das ihr dabei wart und

00:29:30: Zeit für Mission hartet.

00:29:32: Wenn ihr mehr zum Thema der heutigen Sendung, zum EMW-Podcast Zeit für Mission oder der evangelischen Mission weltweit erfahren möchtet schaut gern in die Show Notes zur heutigen Folge.

00:29:43: Mein Name ist Tanja Stöntl.

00:29:45: ich sage tschüss und bis zum nächsten Mal bei Zeit für mission.

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Über diesen Podcast

Einmal im Monat bittet der gleichnamige Podcast der Evangelischen Mission Weltweit spannende Gäste zu interessanten Themen um „Zeit für Mission“. Die Gesprächspartner*innen erzählen von großen und kleinen Dingen, von Begegnungen und Überlegungen zu Themen rund um Mission – ein Begriff voller Assoziationen. Es sind meist Menschen, die sich auf das Abenteuer „Glauben“ eingelassen haben. Sie berichten von spannenden persönlichen Erfahrungen und beleuchten gemeinsam mit der Host Tanja Stünckel interessante Fragestellungen. Und im Kern immer auch die Frage: „Christ*in im weltweiten Horizont zu sein, was bedeutet das für Sie?“.

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